Ausführliche Informationen und Erläuterungen:
Erstellung des Entwicklungsprofils mit Kuno Bellers Entwicklungstabelle
Wenn alle drei Werte (Basis, Entwicklungsdurchschnitt und Decke) für alle Entwicklungsbereiche ermittelt wurden, dann werden sie in die Profilgrafik, das sog. Entwicklungsprofil, eingetragen. Die Werte der Basis in den acht Bereichen werden durch eine Linie miteinander verbunden, ebenso wird mit den Entwicklungsdurchschnittswerten und den Werten der Decke vorgegangen.
Entwicklungsprofil Beispiel
Die so entstandenen drei Linien des Profils, Basis, Entwicklungsdurchschnitt und Decke, über die acht Bereiche ergeben das Entwicklungsprofil des Kindes, auf dem sofort ablesbar ist, wo sich das Kind in seiner Entwicklung befindet. Der gesamte Bereich unter der Basislinie stellt den Bereich der vollen Kompetenz dar. Der gesamte Bereich über der Deckenlinie stellt den Bereich dar, in dem das Kind keine Kompetenz gezeigt hat. Der Bereich zwischen Basis- und Deckenlinie veranschaulicht den Bereich, in dem das Kind teilweise über Kompetenz verfügt, d.h. in dem das Kind sich gegenwärtig im Stadium der Entwicklung befindet.
Erhebung des Zweitprofils
Nach ca. 2-4 Wochen wird ein zweites Entwicklungsprofils des Kindes (mit derselben Betreuerin) erhoben. Dieses dient erstens dazu, die 'weiß-nicht'-Antworten des ersten Profils zu beantworten und zweitens stellt ein zweites Profil immer eine sicherere Basis dar, da die Wahrnehmung der befragten Betreuerin durch die erste Befragung angeregt wurde. Es mag auch sein, dass die Betreuerin nicht nur mehr Details wahrnimmt, sondern dass sich ihre Wahrnehmung vom Kind oder ihre Einstellung vom Kind verändert hat. Ein einfaches Beispiel mag dies deutlich machen: Sehr häufig wird die eigene Wahrnehmung einer anderen Person von einem sich abhebenden Merkmal oder Stereotypien bestimmt, wie Körpergröße, Herkunft u.ä. Ein Kind, das im Vergleich zu seiner Altersgruppe körperlich eher klein und schmächtig ist, wird meistens eher unterfordert, weil man ihm weniger zutraut aufgrund seiner Körpergröße. Das heißt, man schließt von der Körpergröße auch auf die Entwicklung in den anderen Bereichen. Die erste Befragung mag einem bewusst machen, dass das Kind bislang eher unterschätzt wurde. Die folgende Beobachtungszeit und die sich anschließende zweite Befragung gibt dann die Gelegenheit die aufgrund der veränderten Wahrnehmung gemachten Entwicklungsbeobachtungen in das Profil einfließen zu lassen. Das zweite Entwicklungsprofil basiert also auf einer genaueren und auch objektiveren Wahrnehmung des Kindes.
Das 2. Entwicklungsprofil, das ebenso wie das erste mithilfe von Kuno Bellers Entwicklungstabelle erstellt wird, ist die Basis für die Umsetzung der Entwicklungstabelle im pädagogischen Prozess. Motivationsprinzipien bestimmen die Umsetzung.
Die Umsetzung der gewonnenen Entwicklungsinformation in pädagogische Erfahrungsangebote wird auf der folgenden Seite (Erfahrungsangebote) erläutert.
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Zusammenfassung / Wichtige Punkte:
Eintragen der Werte für Basis, Entwicklungsdurchschnitt und Decke in die Profilgrafik und verbinden der jeweiligen Punkte zu Linien.
Das Entwicklungsprofil zeigt, wo sich das Kind in seiner Entwicklung befindet und wie seine Kompetenzen über die 8 Bereiche verteilt sind.
Unter der Basislinie = volle Kompetenz
über der Deckenlinie = keine Kompetenz
Zwischen Basis- und Deckenlinie = Stadium der Entwicklung
Wichtiger Hinweis!!!
2-4 Wochen nach der ersten Erhebung sollte eine zweites Entwicklungsprofil erhoben werden.
Das 2. Entwicklungsprofil ist die Basis für die pädagogische Umsetzung, die auf zwei Motivationsprinzipien beruht. |